
Kompost: Faszinierender Kreislauf der Natur
Was versteht man unter Kompost? Welche Vorteile bringt die eigene „Erde“ aus dem Garten mit sich? Wo steht ein Komposter am besten? Was darf auf den Komposthaufen? Was geht besser nicht in den Kreislauf ein? Und wie sieht die Kompostpflege aus? In unserem Beitrag erfahren Sie mehr und erhalten nützliche Tipps.
Autorin: Cornelia Förster
Was darf auf den Kompost?
Nicht alle Abfälle, die im Haushalt und im Garten anfallen, sind für den Komposthaufen geeignet. Hier finden Sie eine Übersicht darüber, womit Sie den Komposter befüllen können – und womit nicht.
Komposter im Überblick
Bei der Wahl des richtigen Komposters kommt es zunächst auf die eigenen Vorlieben an. Darüber hinaus spielen die Dauer des Kompostierens und Menge des Komposts eine entscheidende Rolle. Sowohl Haufenkomposter aus Holz oder Metall wie auch Thermokomposter haben ihre eigenen Benefits. Für größere Mengen eignet sich ein Haufenkomposter. Es soll besonders schnell gehen? Dann ist ein Thermokomposter die richtige Wahl.
Der ideale Standort für den Komposter im Garten
Wer einen eigenen Komposthaufen & Co. anlegen möchte, sucht im Garten nach einem leicht schattigen und windgeschützten Standort. Wählen Sie einen Platz für den Komposter, den Sie gut erreichen und in Ihren Gartenalltag integrieren können. Der Komposter sollte möglichst in der Nähe der Küche stehen, sodass Sie Bioabfälle ohne große Umwege entsorgen können.
Der offene Untergrund des Kompostplatzes besitzt idealerweise direkten Kontakt zum Gartenboden. So haben Bodenlebewesen wie Regenwürmer & Co. die Chance, in den Komposthaufen überzusiedeln.
Außerdem lassen sich Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen durch den direkten Kontakt zum Boden besser ausgleichen. Ungebetenen Gästen wie Ratten oder Mäusen wird der Zutritt zum Kompost im Garten durch engmaschige Drahtgitter verwehrt.
Wissensexkurs: Mit Grasschnitt lässt sich die Feuchtigkeit des Kompostguts wunderbar regulieren. Ist das Kompostiergut zu trocken, mischen Sie feuchten Rasen unter. Ist der Kompost zu feucht, schafft getrockneter Rasenschnitt Abhilfe. Auch was aus dem Häcksler kommt, kann wunderbar kompostiert werden. Das zerkleinerte Häckselgut wird zügig zu hochwertigem Humus umgebaut und sorgt zugleich für eine perfekte Durchlüftung des Komposts.
Bringen Sie alle 20–30 cm eine ca. 5 cm dicke Schicht Erde auf. Das regt die Bodenlebewesen und Mikroorganismen an und kann die Kompostierung beschleunigen. Der Komposthaufen sollte nicht höher als 1,50 m sein, da sonst der Kompostiervorgang zu lange dauert und sich die Abfälle nicht richtig zersetzen. Dann ist es Zeit, den Kompost zu schließen. Durch die Zugabe eines Kompostbeschleunigers können Sie den Kompostiervorgang antreiben.
Ist der Kompostberg bei einem Haufenkomposter auf ein Drittel geschrumpft, kann er umgesetzt werden. Innere Schichten kommen nach außen und umgekehrt. Das fördert die Durchlüftung mit Sauerstoff. Beim Trommelkomposter und Thermokompostern kann einfach aus der unteren angebrachten Klappe entnommen werden.
Hilfe, das Kompostieren klappt nicht
Sie stellen bei Ihrem Kompost ungute Gerüche fest, das Kompostiergut schimmelt oder es tummeln sich ungebetene Gäste in Ihrem Komposthaufen? Dagegen lässt sich etwas tun. Generell wichtig ist die passende Balance in Ihrem Kompost. Das C/N-Verhältnis (Kohlenstoff/Stickstoff) wie auch der Feuchtigkeitshaushalt sollten stimmen. Hilfreich kann eine ausreichende Belüftung sein, die ebenfalls eine Schimmelbildung verhindert.
Nagetiere, Insekten oder andere Tiere lassen sich verhindern, indem engmaschige Gitter unter dem Komposthaufen angebracht werden, die zwar einen Bodenschluss ermöglichen, aber das Eindringen verhindern. Zusätzlich sollten keine Fleisch-, Fisch- oder milchbasierten Produkte in den Kompost gelangen.
Möchten Sie den Abbau der Abfälle verbessern, sollte neben dem ausgewogenen C/N-Verhältnis und der passenden Belüftung ein Auge auf die Tätigkeit der Mikroorganismen geworfen werden.
Pflege des Kompostes: Damit sich Kompost-Lebewesen wohlfühlen
Bei der Kompostierung spielen der richtige pH-Wert, die Temperatur, der Feuchtigkeits- und Sauerstoffgehalt wie auch Nährstoffgehalt eine wesentliche Rolle. Damit sich die Hauptakteure des Zersetzungsprozesses "heimisch" fühlen, sollten Sie optimale Bedingungen schaffen.
pH-Wert: Messen Sie regelmäßig den pH-Wert und passen Sie ihn bei Bedarf durch Zugabe von mineralischen oder organischen Materialien an. Ein saures Milieu fördert Pilze, eine alkalische Umgebung Bakterien.
Feuchtigkeitsgehalt: Der Komposthaufen sollte so feucht sein wie ein ausgepresster Schwamm. Zu viel Feuchtigkeit lässt ihn faulen. Offene Komposter wie der Haufenkomposter müssen deshalb bei starkem Regen abgedeckt werden. Bei längerer Trockenheit sollten Sie den Kompost wässern.
Sauerstoffgehalt: Für eine gute Belüftung stechen Sie mit einer Harke in das Kompostgut oder schichten dieses um. Das Umschichten empfiehlt sich vor allem bei Haufenkompostern. Im Frühsommer nach der Winterruhe der Nützlinge können Sie Ihren Komposthaufen umsetzen.
Temperatur: Besonders im Sommer gilt es, die Temperatur des Kompostes im Auge zu behalten. Zu Beginn des Zersetzungsprozesses sind 60 °C durchaus normal. Steigen die Temperaturen höher, sterben die Bodenorganismen den Hitzetod. Eine gute Durchlüftung und ein schattiger Standort verhindern einen zu starken Temperaturanstieg.
Nährstoffgehalt: Mikroorganismen benötigen Stickstoff, um sich aktiv zu vermehren. Sorgen Sie für viele Nährstoffe im Kompostgut und achten Sie auf die Menge nährstoffarmen Materials. Ausgewogenheit ist das Ziel. Ein "zu viel" an Stickstoff führt zur Zersetzung der Humus-Moleküle, ein "zu wenig" bringt den Rotteprozess zum Erliegen.
Mit dem Kressetest reifen Kompost erkennen
Es handelt sich um reifen Kompost, wenn sich der Abfallhaufen in krümelige, lockere, braune Erde verwandelt hat. Bei Haufenkompostern dauert dies mindestens 9 Monate, bei Thermokompostern ca. 3 Monate. Ob sich der natürliche Dünger gleich verwenden lässt oder noch zu frisch ist, können Sie mithilfe des Kressetests prüfen.
Tipp: Mit einem Durchwurfsieb vereinfachen Sie sich das Aussieben groben Kompostgutes. Dieses wandert erneut auf den Komposthaufen.
Bokashi: Mini-Komposter für Balkon und mehr
Wer keinen Garten sein Eigen nennt, aber dennoch gern zu Hause richtig kompostieren möchte, kann mit einem Urban Komposter seine Küchenabfälle auch auf kleinstem Raum verwerten. Der fermentierte Kompost heißt Bokashi und entsteht gemäß der japanischen Eimer-Methode mit Hilfe von effektiven Mikroorganismen.
FAQs: Häufige Fragen zum Kompost – wir antworten!
- Was darf auf den Kompost? Erlaubt sind: dünne Äste, Laub, Gras, Schnittblumen, Obst und Gemüse, Teesud und Kaffeesatz, Speisereste, Reste von Holz und Hobelspäne, Blumenerde.
- Welche Arten von Kompostern gibt es? Unterschieden werden der Haufenkomposter (offener Kompost, für große Gärten), der Thermokomposter (geschlossener Behälter mit isolierten Wänden, schneller Rotteprozess) und der Trommelkomposter (geschlossener, drehbarer Komposter, gute und einfache Durchmischung).
- Wo ist der ideale Standort für einen Kompost im Garten? Im Idealfall steht der Kompost an einer leicht zugänglichen Stelle. Windgeschützt und halbschattig sind außerdem von Vorteil.
- Wie lange dauert es, bis Kompost reif ist? Der Reifeprozess kann ca. 6–12 Monate dauern. Wichtig sind gute Durchlüftung und regelmäßiges Umsetzen.
- Was bedeutet "Umsetzen des Kompostes"? Gemeint ist hierbei das Umlagern von Kompost entweder auf einen anderen Komposthaufen oder innerhalb eines Haufens. Ziel ist es, das Material aufzulockern, besser zu durchlüften und feuchte und trockene Schichten besser zu mischen.













