
Mehr Pflanzen aufs Dach!
Ein begrüntes Dach sieht nicht nur attraktiv aus, sondern bietet auch zahlreiche ökologische Vorteile. Wir zeigen Ihnen, warum eine Dachbegrünung sinnvoll ist und wie Sie Ihrem Gartenhaus oder Ihrer Garage am besten die grüne Krone aufsetzen.
Autorin: Cornelia Förster
Vorteile für Ihr Zuhause und die Umwelt
Ein begrüntes Dach schützt Ihr Dach wie eine zweite Haut vor Temperaturschwankungen: Im Sommer hält es die darunterliegenden Räume angenehm kühl, im Winter hilft es, Heizkosten zu sparen. Gleichzeitig filtern die Pflanzen Staub und Schadstoffe aus der Luft, reduzieren Lärm und bremsen Wind sowie Regen ab.
m Gegensatz zu Kies oder Ziegeln speichert ein Gründach Regenwasser und nutzt es effektiv, wodurch die Kanalisation entlastet wird. Außerdem schützt die Begrünung empfindliche Dachabdichtungen vor schädlicher UV-Strahlung und erhöht die Lebensdauer Ihres Daches.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen extensiver Dachbegrünung – pflegeleicht und leicht – und intensiver Dachbegrünung, die sich wie ein richtiger Garten gestalten lässt.
So bereiten Sie ein begrüntes Flachdach richtig vor
Kleine bis mittelgroße Dachflächen sowie Dächer mit einer Neigung von 2–15 Grad lassen sich leicht selbst begrünen – vorausgesetzt, sie sind stabil und absolut dicht (achten Sie auf wachsende Last bei Regen und Schnee). Auch Vordächer, Gartenhaus- oder Garagendächer eignen sich für Selbstversuche.
Schritte beim Gründachaufbau:
- Vlies & Folie: Zuerst ein Polyestervlies auf das gesäuberte Dach legen, darauf eine wasserdichte Folie mit Wurzelschutz (PVC, Synthese-Kautschuk oder PE).
- Schutzvlies: Ein weiteres Vlies schützt die Folie vor Druck durch Schuhe oder Steine.
- Drainageschicht: 4–10 cm Blähton oder Lavagrus aufbringen, mit Filtervlies abdecken – speichert Wasser und leitet überschüssiges ab.
- Abfluss sichern: Folien und Vliese so verlegen, dass Wasser zur Traufe abfließen kann; auf flachen Dächern verhindert eine Kiesschicht Verstopfungen.
- Substratschicht: Mit mineralischem Substrat auffüllen. Alternativ selbst mischen: gleiche Teile Lehm, Sand und etwas Kies oder Blähton.
- Höhe der Erdauflage: Abhängig von Dachstabilität und den gewünschten Pflanzen.
Extensives Gründach bepflanzen
Auf einem extensiven Gründach mit dünner Substratschicht gedeihen unkomplizierte, hitze- und trockenresistente Pflanzen:
- 5–7 cm Substrat: Mauerpfeffer-Arten, Hauswurz, Steinbrech
- 10–12 cm Substrat: Schwingel, Segge, Zittergras, Steingartenpflanzen wie Küchenschelle, Silberwurz, Fingerkraut
- Zusätzlich hitzeverträglich: Bergbohnenkraut, Römische Kamille, Kriechender Thymian, Salbei, Lavendel
Pflanzung & Pflege:
- Pflanzen in flachen Gefäßen anziehen oder Sprossen/Krischende Stauden aussäen und leicht andrücken
- Beste Pflanzzeit: Mai, Juni, September, Oktober
- Junge Pflanzungen feucht halten, bis Wurzeln gebildet sind
- Regelmäßige Kontrolle: Unkraut und Baumsämlinge entfernen, um Folie zu schützen
- Frühjahr: Staudendünger mit Langzeitwirkung für die ganze Saison
Pflanzen für den Dachgarten
Ein Stück Natur auch in der Stadt
Kies oder Gründach? Viele Tiere entscheiden sich schnell und erobern die begrünten Flächen. Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten summen herbei, wenn die Pflanzen ihre Blüten öffnen. Je vielfältiger das Dach bepflanzt ist, desto besser! Auf begrünten Dächern finden sie neuen Lebensraum wie Unterschlupf und Brutstätten. Selbst Vögel lieben die Rast- und Ruheplätze zwischen Hauswänden und Straßen.





