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Süßkirschen und Sauerkirschen im eigenen Garten
Kirschen – süß, saftig und gesund! Die beliebten Früchte überzeugen nicht nur mit ihrem verführerischen Aussehen und köstlichen Geschmack, sondern liefern auch zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Ob Süß- oder Sauerkirsche – je nach Platz, Standort und Vorliebe lassen sich die Kirschen problemlos im Hausgarten oder sogar in Kübeln und Pflanzgefäßen kultivieren.
Autorin: Cornelia Förster
Auf die Art und Sorte kommt es an
Ein Kirschbaum bringt Sommergenuss direkt in den Garten, auf die Terrasse oder den Balkon. Jede Sorte überzeugt mit besonderen Eigenschaften: Die beliebte Süßkirsche 'Burlat' liefert große, aromatisch-süße Früchte, während die Sauerkirsche 'Morellenfeuer' für saftige Kirschen mit angenehmer Säure bekannt ist. Bei wenig Platz eignen sich Säulenkirschen, die sich auch in große Pflanzgefäße ab etwa 30 Litern setzen lassen.
Für beste Ergebnisse sollte die Standortwahl stimmen: Süßkirschen lieben sonnige Lagen, Sauerkirschen kommen auch mit Halbschatten zurecht. Stehen mindestens 3–4 Meter Raum für die Krone zur Verfügung? Und befindet sich ein zweiter Kirschbaum in der Nähe, der als Befruchter dient? Diese Faktoren sind entscheidend für eine reiche Ernte.
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Viele Kirschbäume benötigen eine passende Befruchtersorte, um reichlich Früchte zu tragen. Steht in der Nachbarschaft kein geeigneter Kirschbaum, können Sie einfach eine zweite Sorte pflanzen. Alternativ gibt es auch veredelte Duo-Kirschen, bei denen mehrere Sorten auf einem Baum wachsen – praktisch und platzsparend.
Standort und Pflege bei Kirschbäumen
Süßkirschen blühen früh im Jahr und bieten Bienen und anderen Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Sauerkirschen blühen etwas später und stellen geringere Ansprüche an Wärme. Für die Blütenbildung benötigen beide Arten einen Kältereiz, wie er in unseren Wintern vorkommt.
Kirschbäume haben ein tiefreichendes Herzwurzelsystem. Süßkirschen brauchen deshalb tiefgründige, leicht kalkhaltige und gut durchlüftete Böden. Sauerkirschen bevorzugen einen eher humusreichen und lehmigen Sandboden. Staunässe vertragen beide Arten nicht.
Die Düngung erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr mit einem Volldünger oder alternativ mit 2–3 l/m² Kompost und Hornspänen. Ein pH-Wert um 7 ist optimal. Süßkirschen sind recht trockenheitsverträglich, sollten bei längerer Trockenheit jedoch rechtzeitig bewässert werden.
Pflanzung der Süß- und Sauerkirschen
Bei Dehner erhalten Sie Kirschbäume, die in Töpfen herangewachsen sind und daher vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst gepflanzt werden können. Pflanzen Sie möglichst nicht bei großer Hitze oder starker Kälte, um dem Baum ein rasches Anwachsen zu ermöglichen. Die beste Pflanzzeit oder Zeit für das Umtopfen ist der Herbst. Haben Sie sich die passende Sorte ausgesucht und den perfekten Platz in Ihrem Garten gefunden, kann die Pflanze in die Erde oder das Pflanzgefäß gepflanzt werden. Dafür wird die Kirsche aus ihrem Topf genommen. An dem Topf kann ein wenig gerüttelt oder gedrückt werden, um den Erdballen zu lösen.
Wichtig zu wissen: Der Kirschbaum sollte nicht tiefer gepflanzt werden, als er vorab im Container stand. Sinnvoll ist ein entsprechend großes Pflanzloch, das ca. doppelt so groß ist wie der Wurzelballen.
Ist der Baum gepflanzt, empfiehlt sich ein Pfahl, der den jungen Baum stützt und das Wurzelsystem und dessen feine Wurzeln bei z. B. Windeinfall schont. Säulenbäume wie auch zwergige Kirschen sollten ihren Pfahl behalten.
Kirschen richtig schneiden
Süß- und Sauerkirschen sollten am besten im Sommer nach der Ernte geschnitten werden. So wird das Wachstum gebremst, Schnittwunden verheilen schneller und durch die Auslichtung verbessert sich die Fruchtbarkeit.
Im oberen Kronenbereich werden vor allem dicke und alte Fruchtäste entfernt. Je weiter man nach unten oder zum Stamm kommt, desto mehr Äste dürfen verbleiben und desto dicker und verzweigter dürfen sie sein. Überzählige, ungünstige oder verkahlte Triebe sowie altes Fruchtholz werden herausgeschnitten. Bei Süßkirschen werden zusätzlich die Triebspitzen auf flachere Seitentriebe umgeleitet.
Sauerkirschen unterscheiden sich im Schnitt je nach Typ:
- Schattenmorrelle: direkt nach der Ernte schneiden, um den Austrieb neuer, starker Fruchttriebe zu fördern. Bei schwach verzweigter Krone kann auch stärker ins mehrjährige Holz geschnitten werden.
- Weichselkirsche: ähnlich wie eine Süßkirsche zu behandeln. Sie bildet auch an den zwei- bis dreijährigen Zweigen kurze Fruchtquirle. Nach dem Schnitt sollte die Krone locker und gut belichtet sein.
Ernte und Verwendung der leckeren Früchtchen
Süßkirschen und Sauerkirschen stehen ganz oben auf der Hitliste der Obstfans. Ob geerntet und direkt in den Mund oder weiterverarbeitet – mit Kirschen lässt sich superviel machen.
Wie wäre es z. B. mit einer Kirschtorte, einer roten Grütze, Marmelade, Gelee, eingeweckt oder eingefroren für späteren Genuss? Tipps und Tricks rund ums Einkochen finden Sie in unserem Ratgeber Einkochen. Auch für Saft und Liköre lassen sich Kirschen gut verwenden. Nachdem sich die Früchte mehrere Tage gut halten, lassen sie sich auch wunderbar in Obstsalaten, Kirschjoghurts oder Müslis integrieren. Zu einer ganz besonderen und gesunden Leckerei werden Kirschen, wenn man sie im Dörrautomaten trocknet: Kirschgenuss das ganze Jahr!
Wichtig ist, dass die Kirschen ausreifen konnten, um ihr volles Aroma zu erhalten. Pflücken Sie die Kirschen samt Stiel, halten sie länger und verlieren keinen leckeren Kirschsaft. Hat das Obst seine volle Reife erreicht, kann es easy vom Ast gedreht werden.




