
Vegane oder vegetarische Ernährung für Hunde
Massentierhaltung, Klimaschutz, ethische Gründe und gesundheitliche Aspekte sind meist allein oder in Summe ausschlaggebend für den Veganismus beim Menschen. Auch in einer Ernährung ohne Fleisch und Fisch sehen viele einen Nutzen und leben diese meist mit Passion. Kein Wunder, dass sich Veganer und Vegetarier mit dem Gedanken befassen – ist die gleiche Ernährungsform für meinen Vierbeiner ebenfalls von Vorteil? Ist sie artgerecht oder wider der Natur?
Autorin: Cornelia Förster
Kann ein Hund vegan ernährt werden?
Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen veganen Lebensstil und möchten auch ihre Hunde entsprechend ernähren. Während dies in England verboten ist, ist es in Deutschland erlaubt. Studien zu veganer Hundeernährung sind jedoch noch begrenzt. Einige Untersuchungen, wie eine PETA-Umfrage von 1994 und eine Studie von Prof. Andrew Knight aus 2022, deuten darauf hin, dass Hunde bei richtiger veganer Ernährung gesünder sein könnten. Sie hatten bessere Blutwerte, ein geringeres Risiko für bestimmte Krankheiten und mussten seltener zum Tierarzt. Langzeitstudien fehlen allerdings, um sicherzustellen, dass Hunde alle notwendigen Nährstoffe ausschließlich aus pflanzlicher Kost aufnehmen können.
Die Frage, ob vegane Ernährung für Hunde artgerecht ist, bleibt umstritten, da Hunde zwar Kohlenhydrate besser verdauen als Wölfe, aber immer noch anatomisch auf Fleischfressen ausgelegt sind. Letztlich liegt die Entscheidung bei Ihnen als Hundebesitzer.
Vorteile & Nachteile einer veganen Hundeernährung im Überblick
Wie jede Ernährungsform hat auch die vegane Ernährung ihre Pro- und Kontra-Seiten, die es zu berücksichtigen gilt, steht der Wunsch im Raum den eigenen Vierbeiner vegan zu ernähren.
Worauf ist bei einer veganen Ernährung zu achten?
Wenn Sie Ihren Hund auf eine vegane Ernährung umstellen möchten, sollte dies schrittweise geschehen. Der Gemüseanteil wird langsam erhöht, während der Fleischanteil reduziert wird. Wichtig ist dabei eine ausreichende Zufuhr aller Makronährstoffe (Proteine, Kohlenhydrate, Fette) sowie Mikronährstoffe. Ein spezielles Nahrungsergänzungsmittel für Hunde ist unerlässlich, um z. B. Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Jod, Kalzium, Taurin und L-Carnitin zu ergänzen. Diese Nährstoffe sind bei veganer Hundeernährung besonders kritisch. Auch herkömmliches Futter wird oft mit Nährstoffen angereichert.
Bei Welpen, trächtigen, kranken oder älteren Hunden sollte auf eine vegane Ernährung aufgrund fehlender Langzeitstudien verzichtet werden. Eine vegane oder vegetarische Ernährung sollte in jedem Fall mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Garantierte Nährstoffversorgung
Pflanzliches Hundefutter für eine gesunde und ausgewogene Ernährung
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Den Nährstoffbedarf decken – womit?
Prinzipiell ist es relativ einfach, tierische Proteine etc. durch rein pflanzliche zu ersetzen. Teils ist die Resorptionsfähigkeit für einzelne Nährstoffe u. U. allerdings schlechter. Kombinationen einzelner Nahrungsmittel kann diese verbessern. So können eisenhaltige Futtermittel wie Blumenkohl in Kombination mit Vollkorngetreide bereits besser resorbiert werden.
Besonders wichtig ist es, dass Ihr Hund mit allen essenziellen Nährstoffen versorgt wird. Eine Variante ist der Zukauf von veganem Fertigfutter. Die andere Möglichkeit besteht darin, die veganen Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Bei einer veganen Ernährung fallen z. B. im Vergleich zur vegetarischen Ernährung zusätzlich zum Fleisch Eier, Milch und Milchprodukte weg, die wichtige Eiweiße enthalten. Geeignete Quellen sind Hülsenfrüchte, Kichererbsen, Süßlupinen, geschälte Hanfsamen oder auch ein pflanzliches Proteinpulver.
Gemüsearten, die roh ungenießbar sind und toxisch wirken, können durch das Kochen auf den Speiseplan des Vierbeiners wandern. Dazu gehören z. B. Kartoffeln, Auberginen, Bohnen, Rhabarber, Holunder, Hülsenfrüchte.








