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Pferdehaltung – der Traum vom eigenen Pferd

Pferdehaltung – der Traum vom eigenen Pferd

Für viele ist es der Traum schlechthin – ein eigenes Pferd. Doch die Haltung eines Pferdes ist eine große Verantwortung und obliegt vielen Anforderungen. Pferde haben von Natur aus einen großen Freiheits- und Bewegungsdrang, brauchen tägliche Pflege und Futter und viel Aufmerksamkeit. Allen voran steht die Prämisse, dass die Haltung artgerecht ist, also den natürlichen Bedürfnissen des Tieres entspricht. Es lohnt sich ein Blick, welche Faktoren bei der Pferdehaltung eine Rolle spielen.

Autorin: Silvia Schröder

Vorbereitende Gedanken

Bevor Sie sich ein Pferd zulegen, sollten Sie sich einige grundlegende Fragen stellen. Die Haltung eines Pferdes ist kein Hobby, das man nach einer kurzen Testphase einfach gegen ein anderes austauschen kann. Natürlich muss man nicht von Anfang an alles wissen oder perfekt machen. Vieles lernt man erst mit der Zeit, und durch die tägliche Arbeit sammelt man immer mehr Erfahrung.

Dennoch sollten Sie sich über folgende Punkte Gedanken machen, um gut vorbereitet Ihren Traum zu verwirklichen:

 
  • Kann ich den Alltag mit Pferd (tägliches Ausmistes und Bewegen) in meinen Alltag integrieren?

  • Wer übernimmt die Pflege, wenn ich mal krank oder im Urlaub bin?

  • Kann ich die Kosten für Anschaffung und Haltung tragen?

  • Habe ich genug Wissen rund ums Pferd – angefangen von Pferdekrankheiten bis hin zu Pferdefütterung?

  • Möchte ich langfristig Verantwortung übernehmen?

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Tipp: Nutzen Sie erstmal die Möglichkeit einer Reitbeteiligung, um die Aufgaben rund um die Haltung eines Pferdes kennenzulernen. So merken Sie, ob Sie langfristig dabeibleiben möchten und/oder können.

Alles hat seinen Preis ...

Hier ein kurzer Überblick der anfallenden Kosten. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und überlegen Sie, ob Sie die Kosten langfristig tragen können.

1. Kaufpreis: einmalig ab ca. 3000 Euro je nach Rasse

2. Unterhalt: ab ca. 300 Euro / Monat (Stall & Stroh)

3. Futter: ab ca. 300 Euro / Monat

4. Gesundheit: ca. 1.500 Euro / Jahr (Impfungen, Wurmpflege, Hufpflege)

5. Versicherung: bis zu ca. 300 Euro / Jahr

6. Ausstattung Pferd: einmalig ca. 2.000 Euro (Sattel, Trense, Halfter, Decken, Putzzeug etc.)

Praktischer Tipp: Der berühmte Notgroschen für ungeplante Tierarzt-Notfälle oder Reparaturen macht Sinn. Am besten jeden Monat ein bisschen Geld beiseitelegen.

Welches Pferd passt zu mir?


Pferd ist nicht gleich Pferd. Jede Rasse hat neben ihren äußerlichen Merkmalen auch einen eigenen Charakter, der bei Haltung und Pflege berücksichtigt werden muss. Ebenso sollte geklärt werden, für wen oder welchen Zweck das Pferd angeschafft werden soll: Soll es ein Pferd für ein Kind, einen Reitanfänger oder gar die ganze Familie sein? Oder suchen Sie nach einem Sportpferd, mit dem Turniere bestritten oder lange Ausflüge in der Natur geritten werden? All diese Überlegungen sollten in Ihre Entscheidung einfließen. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Chemie zwischen Halter und Pferd stimmt. Nehmen Sie sich deshalb genügend Zeit, verschiedene Rassen kennenzulernen, unterschiedliche Pferde im Alltag zu begleiten und auszuprobieren.

Die Einteilung in Pferderassen ist viel mehr als eine nüchterne Klassifikation – sie erzählt die Geschichte von Charakter, Körperbau und besonderen Fähigkeiten, die sich über Generationen hinweg entwickelt haben. Jede Rasse spiegelt ihren ursprünglichen Verwendungszweck wider: ob kraftvoll, elegant, zuverlässig oder temperamentvoll. Es ist, als hätte jede Pferderasse ihre ganz eigene Persönlichkeit und Aufgabe, die sie über die Zeit perfektioniert hat.

    Für wen oder welchen Bereich soll das Pferd sein?

    Kind: Die Größe des Tieres muss auf das Kind abgestimmt sein. Für Kindergarten- und Grundschulkinder sind Ponys ideal.

    Anfänger: Das Pferd sollte geduldig und einfühlsam sein, um sich auf unerfahrene Reiter einzustellen. Kalt- und Warmblutrassen sind besonders geeignet.

    Familienpferd: Ein Familienpferd muss vielseitig sein und sich auf unterschiedliche Reiter und Situationen einstellen können – vom einfachen Ausritt über Springen bis hin zu Fahrten.

    Sportpferd: Für Turniere, lange Ausritte im Gelände oder Gespanne benötigt das Pferd Kraft, Ausdauer und Leistungsbereitschaft.

    So fühlt sich Ihr Pferd wohl: Tipps zur richtigen Haltung

    Pferde werden als Bewegungs- und Fluchttiere bezeichnet. Bewegungstiere deshalb, weil sie sich ständig fortbewegen und am Tag bis zu 40 km auf die Hufe bringen. Bis zu 16 Stunden täglich verbringen sie mit Grasen an der frischen Luft, meist im langsamen Schritt. Als Fluchttiere mussten sie in freier Wildbahn bei Gefahr schnell in Trab oder Galopp wechseln. Diesem natürlichen Bewegungsdrang müssen Pferde auch heute noch nachgehen. Er sollte daher bedacht werden, wenn es um die Frage der Haltung geht.

    Pferde sind zudem Herdentiere und fühlen sich in der Gruppe mit anderen Pferden wohler. Sozialkontakte sind für sie ebenso wichtig wie für uns Menschen – sie bieten Austausch, Beschäftigung und Abwechslung.

    Nicht immer ist eine Haltung in der Gruppe möglich, daher gibt es zwei grundlegende Haltungsformen: Einzelhaltung und Gruppenhaltung. Egal für welche Form Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass das Pferd ausreichend Auslauf hat und artgerecht gehalten wird. Dazu gehören täglich mehrstündige Bewegungsmöglichkeiten, unterschiedliche Umweltreize, möglichst Sozialkontakte mit Artgenossen und eine ausgewogene Fütterung.

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    Exkurs Weide: Bei ganzjähriger Nutzung sollte pro Pferd etwa 1–1,5 Hektar zur Verfügung stehen. Steht das Tier nur ca. 6 Monate (Sommerweide) draußen, liegt die Empfehlung bei 0,5–1 Hektar pro Pferd. Bei kurzem Auslauf zusätzlich zur Stallhaltung genügen etwa 0,15–0,3 Hektar pro Tier.

    Optimale Fütterung für gesunde Pferde

    Als Pferdebesitzer sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung Ihres Tieres achten, denn diese ist sozusagen dessen Gesundheitssigel. Pferde sind von Natur aus Dauerfresser: Sie grasen ständig und der Magen produziert ununterbrochen Magensäure, die nur durch Speichel neutralisiert wird. Dieser wiederum entsteht fast nur durch Kauen. Macht das Pferd eine längere Essenspause, kann die stetig produzierte Magensäure die Schleimhaut reizen, was zu Koliken, Entzündungen oder Magengeschwüren führen kann.

    Pferdefutter entdecken

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    Gut zu wissen: Pferde schlafen nicht stundenlang am Stück, sondern mehrfach täglich nur kurz im Stehen. Eine Tiefschlafphase im Liegen dauert höchstens 60 Minuten. Für die Magensäure ist diese Schlafgewohnheit kein Problem.

    Übersicht der verschiedenen Futterarten

     
    Futterart Hauptbestandteile Funktion 
    Raufutter Rohfaser, Ballaststoffe Basis für Verdauung und Gesundheit
    Beispiel: Heu, Heulage, Gras
    Kraftfutter Stärke, Energie Leistungssteigerung, Energie
    Beispiel: Hafer, Pellets, Mais
    Saftfutter Wasser, Vitamine Frische, Abswechslung, Feuchtigkeit
    Beispiel: Karotten, Äpfel, Rübenschnitzel

    Pflegetipps

    Wer dauerhaft ein gesundes Pferd besitzen möchte, muss sich intensiv mit dessen Pflege beschäftigen. Sie ist das A und O und sollte täglich in den Alltag integriert werden. Neben dem Gesundheitsaspekt spielt auch die sogenannte „Quality time“ eine große Rolle: Die gemeinsame Zeit am Pferd stärkt die Bindung zwischen Tier und Mensch. Zur Pflege am Pferd gehören die Fell-, Huf- und Zahnpflege sowie die Entwurmung. Auch die Stallpflege, also die tägliche Reinigung der Box und allgemeine Hygiene, darf nicht vernachlässigt werden.

    Gesetzliche Vorgaben der Pferdehaltung

    In Deutschland regelt das Tierschutzgesetz (§2 TierSchG) allgemein, dass Tiere artgerecht, verhaltensgerecht und sachkundig gehalten werden müssen. Das trifft somit auch auf die Pferdehaltung zu. Pferde brauchen tägliche Bewegung, Kontakt zu Artgenossen sowie ausreichend Platz, Licht, Luft und Futter. Die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen (BMEL) konkretisieren das: Pferde dürfen nicht dauerhaft einzeln stehen, müssen regelmäßig freien Auslauf haben und ständig Zugang zu Raufutter und frischem Wasser besitzen. Darüber hinaus müssen Boxen groß genug sein (2 × Widerristhöhe² = m² Fläche) und gut belüftet sein.

    FAQs: Häufige Fragen zur Pferdehaltung – wir antworten!

    1. Müssen Pferde geimpft werden? Regelmäßige Impfungen (Tetanus, Influenza, Herpes) schützen das Pferd vor ansteckenden Krankheiten. Impfungen zwingend im Pferdepass eintragen lassen. Für regelmäßige Gesundheits- und Zahnkontrolle sollte ein Tierarzt engagiert werden.

    2. Wie transportiert man ein Pferd am besten? Um ein Pferd sicher zu verladen, muss dieses langsam und in Ruhe an den Hänger gewöhnt werden. Hierzu sollten Sie unbedingt einen erfahrenen Trainer hinzuziehen, falls Sie selbst wenig Erfahrung mit dem Verladen eines Pferdes haben. Der Anhänger wiederum sollte rutschfest, ausreichend groß und gut belüftet sein, so dass sich das Pferd darin wohlfühlt.

    3. Was muss man hinsichtlich Rechtsschutz und Versicherungen beachten? Eine Pferdehalterhaftpflicht ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, empfiehlt sich aber dringend, da der Halter für Schäden, die sein Pferd verursacht, gesetzlich haftbar ist. Zusätzlich kann eine OP- oder Krankenversicherung sinnvoll sein, um unerwartete Tierarztkosten abzusichern.

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