
Trockenmauern – neue Akzente im Garten
Eine Trockenmauer ist ein eindrucksvolles Schmuckstück für den eigenen Garten und noch dazu von hohem ökologischen Wert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Steine richtig aufschichten und aus Ihrem Bauwerk ein kleines Paradies für viele Pflanzen und Tiere zaubern.
Autorin: Cornelia Förster
Vielseitiges Gestaltungselement für den Garten
Der Begriff "Trockenmauer" sagt es schon: Man schichtet Natursteine passgenau aufeinander. Nicht Mörtel oder Beton, allein das Gewicht der Steine hält das Bauwerk stabil und standfest. Mit einer Trockenmauer kann man einen Hang abstützen, terrassieren, Grenzen um Garten und Terrasse ziehen sowie ein lang gestrecktes Grundstück unterteilen. Eine kleine Stützmauer dient auch prima als Sitzgelegenheit zum Entspannen. Genießen Sie den Duft der in den Mauerfugen wurzelnden Kräutern und Blumen. Auch zahlreiche Tiere richten sich in den Hohlräumen der Mauer gemütliche Plätzchen ein.
Naturstein ist das Material
Welchen Stein man wählt, bleibt dem eigenen Geschmack und der individuellen Gartengestaltung überlassen. Egal ob das Material naturbelassen, geschnitten oder gebrochen ist, am schönsten wirkt eine Trockenmauer durch ihr natürliches Erscheinungsbild. Besonders gut fügen sich Steine aus der Region in den Garten ein, ihre Farbe harmoniert mit dem Boden und dem Flair der umgebenden Landschaft. Am stabilsten und dauerhaftesten ist Granit, der klassischerweise an seinen schwarzweißen Sprenkeln zu erkennen ist. Durch seine Sandfarbe wirkt Jurakalkstein schön mediterran. Muschelkalkstein verfügt über eine ganze Palette aus Sand-, Ocker- und Orangetönen. Auch Sandstein gibt es in vielen warmen Rosa- und Rottönen.
Trockenmauer richtig anlegen
- Für eine stabile Gestaltung ist ein Fundament ein Muss. Dieses gibt Halt und lässt Wasser rasch versickern. Dazu empfiehlt sich ein gut 30 cm tiefer Graben, der mit Schotter gefüllt und gut verdichtet ist.
- Lehnt sich eine Stützmauer an einen Hang, muss sie um etwa 10 % Richtung Hang geneigt sein. Der Raum zwischen Mauer und Hang wird mit Schotter oder Kies befüllt.
- Damit eine freistehende Mauer gut bepflanzt und individuell gestaltet werden kann, wird diese aus zwei Mauern, die parallel und mit leichter Neigung zueinander verlaufen, errichtet. Zudem wird deren Mitte mit Erde befüllt.
Welcher Stein darf es sein?
Die kunterbunte Vielfalt an Mauersteinen wartet auf ihren Einsatz
Tipp: Planen Sie Drainage und Wasserableitung mit ein – stauendes Wasser hinter der Mauer kann den Druck erhöhen und die Stabilität gefährden. Eine hinter der Mauer eingebrachte Kiesschicht und ein Drainagerohr sorgen dafür, dass Regenwasser sicher abfließen kann.
Lebensraum Trockenmauer – welche Pflanze kommt in Frage?
Für die Bepflanzung einer Natursteinmauer kommen nur Pflanzen in Frage, die trockenheitsverträglich, winterhart und extrem robust sind. Pflanzen, die gut mit wenig Wasser zurechtkommen, haben sich wunderbar an die natürlichen Bedingungen in Wüsten, Halbwüsten oder Steppen angepasst. Das ist oft schon auf den ersten Blick an den Blättern und dem gesamten Aufbau zu sehen. Trockenkünstler besitzen z. B. besonders schmale, harte oder ledrige Blätter als Verdunstungsschutz.
Auch feine Härchen und Wachsschichten auf den Oberflächen der Blätter minimieren den Wasserverlust effektiv. Sukkulenten wie Kakteen oder der Hauswurz können sogar in ihren Blättern, im Stamm oder den Wurzeln Wasser speichern und damit lange Trockenperioden überstehen. Auch Pflanzen mit Pfahlwurzeln wissen sich zu erquicken.
Da sich Trockenmauern nicht nur in der Sonne erwärmen, sondern auch Schnee, Regen und Co. ausgesetzt sind, müssen die grünen Bewohner mit starken Temperaturschwankungen leben können.
Tierisch viel los
Trockenmauern bieten viel Platz und Raum für verschiedenste Lebewesen. Vor allem Insekten sind meist sehr von Trockenmauern angetan.
- Mauereidechsen brauchen freie Plätze auf der Mauerkrone, um sich in der Sonne zu rekeln und die Umgebung zu überblicken. Mit Sand gefüllte Hohlräume dienen hervorragend für die Eiablage.
- Auch Kröten oder Molche verstecken sich gerne in der Mauer, besonders dann, wenn diese in der Nähe eines Teiches angelegt ist. Sie schätzen schattige, kühle Höhlen am Fuß des Bauwerks und machen sich durch ihre nächtlichen Streifzüge nach Schnecken im Garten nützlich.
- In bodennahe Schlupfwinkel verlegt der Zaunkönig sein Nest. Andere Vögel schätzen höher gelegene Nischen oder einen dichten Kräuterstock zum Brüten.
- Auch Wildbienen fliegen sprichwörtlich auf die steinernen Bauten. Vor allem Mauerbienen zwängen sich in enge Spalten, um ihre Eier abzulegen.
Zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten
Sie lassen sich wunderbar in der Nähre von Trockenmauern aufstellen
FAQs: Häufige Fragen zur Trockenmauer – wir antworten!
- Welche Steine eignen sich am besten für eine Trockenmauer? Am besten verwenden Sie stabile, bruch- und frostsichere Natursteine wie Granit, Basalt, Sandstein oder Kalkstein.
- Braucht eine Trockenmauer ein Fundament? Ein Fundament aus Schotter oder Kies ist empfehlenswert, da es für eine gute Drainage sorgt. So schützen Sie die Trockenmauer vor Frostschäden und natürlicher Zersetzung.
- Welche Pflanzen lassen sich integrieren? Geeignet sind vor allem typische Mauerpflanzen wie Mauerpfeffer, Thymian oder Hauswurz. Sie sorgen nicht nur für eine optische Auflockerung der Trockenmauer, sondern fördern auch deren Stabilität und Biodiversität. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Pflanzen trockenheitsverträglich, winterhart und robust sind.
- Welchen Vorteil bieten Gabionen? Gabionen eignen sich im Garten als stabiler, langlebiger und pflegeleichter Sicht- oder Lärmschutz und können auch zur Hangbefestigung eingesetzt werden. Sie lassen sich flexibel gestalten und entweder mit verschiedenen Steinen befüllen oder sogar bepflanzen.









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