
Bonsai – Arten und Pflege der Miniaturpflanzen
Die Kunst der Bonsaikultur stammt ursprünglich aus Fernost. Nach und nach eroberte sie auch unsere Breiten. Ziel ist ein harmonisches Zusammenspiel von Stamm, Ästen und Blättern mit oder auch ohne Schale zu erlangen.
Autorin: Cornelia Förster
Wer lässt sich zum Bonsai formen?
Kann jede verholzende Pflanze auch ein Bonsai sein oder als solcher gezogen werden? Jein. Besonders wichtig ist die Schnittverträglichkeit, wenn es um die Frage "bonsaigeeignet – ja oder nein?" geht. Denn gerade Indoor- und Outdoor-Bonsais werden häufig und mehrmals im Jahr zurückgeschnitten. Sowohl die Blattmasse, als auch Zweige und Wurzeln werden im regelmäßigen Turnus gekürzt. Nicht jedes Gehölz kommt damit klar und verleidet die Bonsaikultur schnell.
Speziell für Anfänger und Einsteiger sind die Hainbuche oder die Chinesische Ulme geeignet. Weniger "bonsaiatisch" sind Bäume mit großen Blättern wie der Trompetenbaum oder die Walnuss.
Bonsais, die sich ganzjährig im Garten präsentieren, benötigen im Winter entsprechenden Schutzmaßnahmen. Tipps hierzu warten in unserem Ratgeber "Winterschutz Pflanzen".
Bonsais sind nicht zwingend "miniatur". Es gibt sie auch in XXL. Entscheidend ist die Wuchsform bzw. der Schnitt der "Großen". Auch um einen Outdoor-Bonsai lässt sich eine wunderbare Asiawelt erschaffen. Erfahren Sie mehr zum Thema " Japanischer Garten".
Gut in Form – Bonsais schneiden und drahten
Im zeitigen Frühjahr werden bei Laubgehölzen die überragenden, verdrehten oder quer nach innen wachsenden Zweige zurückgeschnitten. Sie stören das Gesamtbild. Im Sommer folgen mehrere kleinere Schnittmaßnahmen, die der Erhaltung des kompakten Bonsai-Bäumchens dienen.
Bei Nadelbäumen bleiben während des Grundschnitts nur die äußeren Nadelbüschel ausgewählter Seitentriebe stehen. Neue Triebkerzen können jährlich ausgebrochen werden, um den Bonsai kompakt zu halten.
Mit Bonsai-Draht lassen sich die Zweige dann in Form ziehen und fixieren. Nach spätestens einem Jahr halten sie die Stellung.
Umtopfen: Bonsais "werfen" sich in Schale
Bonsais wissen ihr Zuhause zu schätzen. Sind sie nicht frei im Garten bzw. in der Erde ausgepflanzt, bleiben sie erst einmal in ihrer "alten" Schale.
Passt das Gesamtbild Pflanze und Schale zusammen, kann das Bäumchen häufig nach einem Wurzelschnitt erneut in die gleiche Bonsaischale und in frisches Substrat gesetzt werden. Die Größe der Schale wächst praktisch mit dem Habitus der Pflanze.
FAQs: Häufige Fragen zum Bonsai– wir antworten!
- Können Bonsai auch draußen gehalten werden? Ja, viele heimische Baumarten eignen sich hervorragend als Outdoor-Bonsai, zum Beispiel Ahorn, Hainbuche, Buche, Lärche oder Kiefer. Diese benötigen eine Winterruhe im Freien, sollten aber vor starkem Frost und Wind geschützt werden. Zimmerbonsai hingegen sind nicht winterhart und müssen drinnen bleiben.
- Warum verliert mein Indoor-Bonsai Blätter? Blattverlust ist bei Bonsai nicht automatisch ein Todesurteil. Ursachen können ein Standortwechsel, zu wenig Licht, Zugluft, falsches Gießverhalten oder trockene Heizungsluft sein. Meist erholen sich die Pflanzen, wenn die Bedingungen verbessert werden.
- Wie kann ich Bonsai vor trockener Heizungsluft schützen? Zimmerbonsai lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Abhilfe schaffen regelmäßiges Besprühen der Blätter, ein Luftbefeuchter oder eine Schale mit Wasser und Steinen unter dem Topf.
- Braucht ein Indoor-Bonsai im Winter besondere Pflege? Ja, auch wenn er im warmen Zimmer bleibt, wächst er langsamer. In dieser Zeit weniger gießen und nur sparsam düngen. Ein heller Standort ist besonders wichtig, eventuell mit Pflanzenlampe ergänzen.






