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Kaninchen
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Art: Oryctolagus cuniculus forma domestica
Größe: 20–45 cm
Verhalten: Tagaktiv, Gesellig (Rudeltier)
Alter: 8–12 Jahre
Futter: Gras, Heu, Kräuter und frisches Grünfutter
Besonderheiten: Graben gerne Erdhöhlen und unterirdische Gänge als Rückzugsort
Autorin: Kathrin Knechtel
In unseren Märkten zu finden
Wissenswertes
Hauskaninchen stammen von dem europäischen Wildkaninchen ab und gehören zur Familie der Hasenartigen (Lagomorpha). In der Natur leben sie in sozialen Familienverbänden mit klarer Rangordnung. Kaninchen fühlen sich in trockenen Lebensräumen wohl und hausen bevorzugt in Grassteppen, Parks und lichten Wäldern.
Früher waren die Tiere nur auf der Iberischen Halbinsel – also in Spanien, Portugal und Nordwestafrika – beheimatet und wurden hier erstmals von den Römern als Nutztiere gehalten. Heute sind sie dank europäischer Siedler auf allen Kontinenten verbreitet. Allein in Deutschland gibt es rund 90 anerkannte Rassen in verschiedenen Farben, Felllängen sowie mit aufrechten und hängenden Ohren.
Verhalten
Kaninchen sind zwar tagaktiv, zeigen sich jedoch in den frühen Morgenstunden und während der Dämmerung am lebhaftesten. Dann sprühen sie voller Energie: Sie graben, springen umher und zeigen ihre sozialen Verhaltensweisen wie Kuscheln oder gegenseitiges Lecken.
Neben ihrem Bewegungsdrang markieren sie mit speziellen Drüsen ihr Revier und können auch aggressiv reagieren, zum Beispiel durch Hochspringen, Beißen oder Treten.
Wenn sich Kaninchen auf die Hinterpfoten aufrichten, sind sie aufmerksam. Hakenschlagen oder kleine Sprünge in die Luft deuten auf Freude oder Abbau von Stress hin. Sanftes Zähneknirschen deutet auf Entspannung hin, während starkes Knirschen Angst oder Schmerzen signalisiert. Klopfen mit den Hinterläufen dient oft als Warnung oder Ausdruck von Stress und Angst.
Kaninchenhaltung im Innenbereich
Für die Dauerhaltung von zwei Kaninchen im Innenbereich sollte eine Grundfläche von mindestens 6 m² zur Verfügung stehen. Für jedes weitere Tier sollte die Fläche um mindestens 20 % vergrößert werden.
Kaninchen können in verschiedenen Haltungssystemen gehalten werden, zum Beispiel in einem Kaninchenzimmer oder im Freilauf mit einem Käfig. Der Käfig sollte mindestens 150 × 60 × 50 cm groß sein und nur als Rückzugsmöglichkeit dienen. Dauerhafte Außenhaltung wird dennoch empfohlen.
Damit die Kaninchen ihrem Bewegungsbedürfnis nachkommen können, sollte die Einrichtung groß genug sein, dass sie mindestens drei aufeinanderfolgende Hoppelschritte (je ca. 80 cm) ausführen können. Eine Seitenlänge von mindestens 2,4 m ist daher empfehlenswert.
Die Höhe muss ausreichend sein, damit sich die Tiere auf die Hinterbeine aufrichten können. Außerdem sollte jedes Kaninchen über eine eigene Rückzugsmöglichkeit verfügen, zum Beispiel eine Schlafhöhle oder einen anderen geschützten Bereich.
Wissenswert: Kaninchen haben besonders viel Spaß daran, Mulden zu wühlen. Auch dies sollte bei der Einrichtung des Geheges berücksichtigt werden.
Die perfekte Einrichtung fürs Kaninchenheim
Bringen Sie Abwechslung in den Alltag der Häschen, indem Sie ihr Gehege mit Strukturelementen wie Tunneln, Rampen, Baumwurzeln, Ästen & Co. ausstatten.
Für Ruhepausen benötigt jedes Tier eine Schlafhöhle, die genügend Platz zum Ausstrecken aller Gliedmaßen bietet. Auch eine erhöhte Liegefläche, beispielsweise auf einem Häuschen mit Flachdach, ist unabdingbar. Natürlich dürfen in einem artgerechten Kaninchenstall auch Einstreu und Stroh zum Scharren von Mulden, ein Futternapf, eine Trinkflasche sowie eine Toilette nicht fehlen.
Pflege
Egal, ob Kaninchen drinnen oder draußen gehalten werden – eine gewisse Pflege ist immer notwendig. Keine Sorge: Insgesamt sind Kaninchen sehr pflegeleichte Tiere.
- Hygiene: Zu den täglichen Aufgaben gehört das Entfernen von Kot und Urin, das Reinigen der Wasserbehälter sowie der Austausch von nicht gefressenem Frischfutter und Heu.
- Gesundheit: Einmal pro Woche sollten Sie Ihr Tier genauer unter die Lupe nehmen. Kontrollieren Sie das Gewicht, die Schneidezähne, die Krallen, Körperöffnungen sowie das Fell. Bei Auffälligkeiten sowie Futterverweigerung sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
- Impfung: Unabhängig von der Haltungsform sollten alle Kaninchen gegen die tödlichen Krankheiten Hämorrhagische Kaninchenseuche und Myxomatose (Kaninchenpest) geimpft werden.
Beschäftigung – Nagerspielzeug gegen Langeweile
In freier Wildbahn sind Kaninchen ständig beschäftigt: Sie suchen nach Futter, graben unterirdische Höhlen und spielen mit Artgenossen. Damit den Tieren bei Ihnen Zuhause nicht langweilig wird, sollten Sie dafür sorgen, dass die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können.
Tunneln und Röhren imitieren den natürlichen Kaninchenbau, während Wippen, Stangen, Bälle und andere Spielzeuge für Abwechslung sorgen und die Tiere fit halten.
Schon gewusst? Kaninchen werden häufig dabei beobachtet, wie sie ihren eigenen Kot fressen – das ist keine Verhaltensstörung. Ganz im Gegenteil, der sogenannte Blinddarmkot enthält lebenswichtige Vitamine und Eiweiße, die im Darm von Bakterien produziert werden. Haben die Tiere keine Möglichkeit, ihren Kot aufzunehmen, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.
Kaninchen sind in vielen Dehner Märkten erhältlich. Unser Team berät Sie gerne zur artgerechten Haltung sowie zur passenden Ernährung und Gestaltung des Zuhauses Ihrer Lieblinge.






