
Obstbaumschnitt leicht gemacht
Was gibt es Schöneres, als Äpfel, Kirschen, Zwetschgen oder Pfirsiche aus dem eigenen Garten zu ernten? Das Obst kann frisch genossen oder weiterverarbeitet werden, während Bienen und andere Insekten die Blütenpollen lieben. Damit Ihr Baum gesund bleibt und optimal wächst, ist ein fachgerechter Schnitt sowohl bei der Pflanzung als auch zur richtigen Zeit im Jahr wichtig.
Autorin: Cornelia Förster
Pflanzschnitt – richtig schneiden beim Pflanzen
Beim Pflanzen eines neuen Obstbaums wird ein Pflanzschnitt durchgeführt. Er dient dazu, den späteren Kronenaufbau zu beeinflussen und das Gleichgewicht zwischen Wurzel- und Kronenbereich herzustellen – idealerweise entspricht das Wurzelvolumen dem Kronenvolumen.
Für eine optimale Krone werden ein Mitteltrieb und 3–4 Seitentriebe ausgewählt. Steile Triebe oder solche, die dem Mitteltrieb Konkurrenz machen, werden entfernt. Die Leitäste sollten etwa einen 45°-Winkel zur Stammverlängerung haben.
Um eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu gewährleisten, werden die Seitentriebe auf gleicher Höhe eingekürzt – man spricht von einer Saftwaage. Der Mitteltrieb wird etwa eine Handlänge über den Seitentrieben abgeschnitten, wodurch die Krone die gewünschte Pyramidenform erhält.
Bevor der junge Baum ins Pflanzloch kommt, sollten die Wurzeln auf Verletzungen geprüft und beschädigte Stellen sauber abgeschnitten werden. Der Wurzelballen wird gelockert und aufgespalten, damit an den Schnittstellen neue Feinwurzeln austreiben und der sogenannte Ringwuchs vermieden wird.
Junge Obstgehölze für Ihren Garten
Pflege-Rückschnitt: Erziehung, Erhaltung & Verjüngung
Ein regelmäßiger Rückschnitt von Obstgehölzen hält die Pflanzen gesund, vital und sorgt für eine reichhaltige Ernte. Wichtig ist, den richtigen Schnittzeitpunkt zu beachten, da dieser je nach Baumart variiert.
- Winter und Spätwinter: Die meisten Obstbäume können im Winter geschnitten werden. Die Temperaturen sollten über -5 °C liegen. Optimal ist ein Schnitt bei trockener Witterung, um Pilzinfektionen zu vermeiden.
- Apfelbäume: Klassischer Obstbaumschnitt im Februar/März. Der Sommer ist der beste Zeitraum, um starkes Wachstum durch Schnitt zu bremsen.
- Kirschbäume: Einmal jährlich nach der Ernte (August–September), um das Wachstum zu dämpfen.
- Jahresschnitt: Kurz vor dem Blattaustrieb; Ausnahmen sind Pfirsiche, Pflaumen und Kirschen, die im Frühjahr oder Sommer geschnitten werden.
Gekonnt geschnitten
Eine Besonderheit: Der Säulenschnitt
Für die Säulenform eignen sich Obstbaumsorten mit schmalem und schwachem Wuchs. Es gibt genetisch angelegte Säulenbäume, die von Natur aus hoch wachsen, und solche, die durch Edelreiser und regelmäßigen Formschnitt ihre schlanke Figur behalten. Werden die Gehölze nicht jährlich geschnitten, verlieren sie ihre Säulenform. Auch in der Höhe können Säulenbäume passend zum Gesamtbild eingekürzt werden.
Wissenswert: Säulenobst passt auch ganz wunderbar in einen Pflanzkübel. Auch hier müssen der Schnittzeitpunkt und die Schnittregelmäßigkeit eingehalten werden. Andernfalls treiben die Obstpflanzen durch und geraten außer Form.
Ihre Obstbäume zum Spalier ziehen
Besonders gut geeignet zum Aufbau eines Spaliers ist Kernobst wie Apfel und Birne. Aprikose, Sauerkirsche und Pfirsich eigenen sich eher für einen losen Fächer, da sie sonst rasch vergreisen. Doch auch bei der Wahl der Apfel- und Birnensorte sollte auf schwachwachsende Veredelungsunterlagen zurückgegriffen werden.
Pflanzschnitt
- Beginn mit dem Pflanzschnitt/Erziehungsschnitt
- Aufbau der Leitäste und Fruchttriebe
- Schnittzeitpunkt: Zeitiges Frühjahr vor dem Austrieb
1. Jahr
- Erhaltungsschnitt für ein ausgewogenes Verhältnis der Frucht- und Leittriebe
- Regelmäßiges Entfernen alter und querwachsender Triebe
- Schnittzeitpunkt: Anfang Juli
Folgejahr
- Rückschnitt im Folgejahr inkl. Mitteltrieb
- Fixierung neuer Leittriebe in der Waagerechten
- Schnittzeitpunkt Pflegeschnitt: Frühjahr und Sommer


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