
Pflanzenschädlinge erkennen, vorbeugen und behandeln
Vorbeugende Maßnahmen: Behalten Sie Blattlaus-Kolonien im Auge. Rücken Sie ihnen an den Kragen, schalten Sie von vornherein eine mögliche Nahrungsquelle der Ameisen aus und dezimieren deren Anzahl. Ihre Trittplatten im Garten und auf der Terrasse können Sie schützen, indem Sie statt Sand Kies als Plattenfundament verwenden. Ameisen nisten nicht im Kies.
Tipp: Bevor Sie zur Chemiekeule greifen, können Sie den Ameisen ein neues Zuhause bieten. Stellen Sie einen Topf mit Holzwolle auf eine Ameisenstraße. Die Ameisen ziehen mit etwas Geduld um. Mit einer Schaufel oder glattem Gegenstand, der sich unterschieben lässt, sollte das Nest über 30 m umgesiedelt werden. Ist die Distanz kürzer, kehren die Ameisen zurück in ihr altes Heim.
Apfelwickler
Vorbeugende Maßnahmen: Beim Apfelwickler ist Vorbeugung entscheidend. Haben die Weibchen ihre Eier auf den Früchten abgelegt, ist das Obst oft bereits verdorben. Untersuchen Sie im Winter Baumstämme auf Puppen oder Kokons. Ab Ende Juni können Sie Wellpappe-Fanggürtel anbringen, um Raupen zu fangen und zu vernichten. Pheromonfallen locken Apfelwicklermännchen an und verhindern die Begattung, wodurch die Eiablage ausbleibt. Fördern Sie Nützlinge wie Meisen, Fledermäuse, Spechte und Ohrwürmer, die den Apfelwickler natürlich bekämpfen.
Blattläuse
Vorbeugende Maßnahmen: Prävention ist der Schlüssel im Kampf gegen Blattläuse. Fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schlupfwespen, Ohrwürmer und Schwebfliegen, die natürliche Feinde der Blattlaus sind. Pflanzen Sie Bohnenkraut gegen schwarze Blattläuse oder Lavendel, dessen ätherische Öle abschreckend wirken. Eine Mischkultur hilft ebenfalls. Vermeiden Sie stickstoffbetonte Düngung, um Blattläusen nicht zu viel Nahrung zu bieten.
Buchsbaumzünsler
Vorbeugende Maßnahmen: Kontrollieren Sie Ihre Buchspflanzen immer wieder auf Gespinste und Raupen. Da der Schaden zunächst gut verdeckt im inneren Bereich stattfindet, werden die Schädlinge häufig erst spät entdeckt. Regelmäßige Präventivkontrollen sind deshalb umso wichtiger. Biegen Sie die Zweige auseinander und sammeln Sie die Raupen gegebenenfalls sofort ab. Entfernen Sie die Gespinste, indem Sie die betroffenen Partien großzügig zurückschneiden.
Dickmaulrüssler
Vorbeugende Maßnahmen: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Pflanzen auf eine gute Qualität und bringen Sie diesen Schädling erst gar nicht in Ihren Garten.
Engerlinge
Vorbeugende Maßnahmen: Mai- und Junikäfer legen zwischen Mai und Juni Eier und werden von Lichtquellen angezogen. Vermeiden Sie in dieser Zeit Lampen im Garten. Schützen Sie Ihre Pflanzen mit Wurzelschutzgittern und engmaschigen Drahteinlagen. Engerlinge bevorzugen festen Boden, daher sollten Sie Ihren Rasen regelmäßig hacken und vertikutieren. Fördern Sie natürliche Feinde wie Igel und Vögel durch Futterplätze und Schlafquartiere.
Gut zu wissen: Um zu überprüfen, ob Engerlinge an Ihrer verkümmerten Kübelpflanze schuld sind, tauchen Sie den Blumentopf in einen Eimer mit Wasser und warten wenige Stunden. Engerlinge mögen keine Nässe und erscheinen von allein an der Oberfläche.
Gallmilben
Vorbeugende Maßnahmen: Bevorzugen Sie bei der Wahl Ihrer Obstgehölze frühe Sorten. Halten Sie den Boden rund um Ihre Pflanze feucht, durch z.B. eine Mulchschicht aus Rasenschnitt. Vermeiden Sie eine Überdüngung mit Stickstoff, da das Pflanzengewebe weich und leicht zu befallen ist. Schneiden Sie Ihre Pflanzen regelmäßig zurück und entfernen Sie mit dem Schnitt die Schädlinge. Vernichten Sie befallene Blätter inkl. Falllaub und Fruchtmumien in der Biotonne und nicht auf dem Kompost.
Schildläuse
Vorbeugende Maßnahmen: Treten Schildläuse im Haus auf, liegt dies meist an trockener, warmer Heizungsluft. Aber auch im Außenbereich besiedeln Schildläuse Pflanzen, wenn diese an einem ungünstigen Standort stehen, damit geschwächt sind oder auch ein Nährstoffmangel vorliegt. Sorgen Sie deshalb soweit möglich für optimale Standortbedingungen und kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schildläuse.
Schnecken
Vorbeugende Maßnahmen: Gießen Sie Pflanzen nur morgens, um Schnecken nicht anzulocken. Hacken Sie regelmäßig den Boden, besonders im Herbst, um Unterschlupfwinkel zu vermeiden. Entdecken Sie Schneckeneier, zerstören Sie sie mit heißem Wasser oder entsorgen sie im Müll. Igel, Vögel und andere Tiere fressen Schnecken, und Pflanzen wie Bohnenkraut oder Senf halten sie fern. Kaffeepulver vertreibt Schnecken, bei hoher Konzentration wirkt es tödlich. Schutzringe aus Sägemehl oder Steinmehl sowie Schneckenzäune bieten zusätzlichen Schutz.
Spinnmilben
Vorbeugende Maßnahmen: Reinigen Sie Ihr Gewächshaus gründlich, sollte im Vorjahr bereits ein Spinnmilbenbefall stattgefunden haben. Vermeiden Sie es, spinnmilbenanfällige Zierpflanzen wie Hibiskus oder Palmen mit Gurken in einem Gewächshaus zu kultivieren. Viele der Spinnmilbenarten, so auch die Rote Spinne, siedeln schnell auf Ihre Gemüsepflanzen über. Achten Sie in geschlossenen Räumen auf ausreichend Luftfeuchtigkeit.
Thripse
Vorbeugende Maßnahmen: Vermeiden Sie ein trockenwarmes Klima und bevorzugen Sie weniger anfällige Sorten, vor allem im Gemüseanbau. Decken Sie Ihre Gemüsebeete mit einem engmaschigen Netz ab, um die Eiablage der Thrips zu verhindern. Graben Sie im Herbst Ihre Beete um und damit die Eier ein. Entfernen Sie befallene Pflanzenreste von Ihren Beeten.
Trauermücken
Vorbeugende Maßnahmen: Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen in regelmäßigen Abständen und halten Sie nach adulten Trauermücken Ausschau. Eine eher trockene Kulturführung wirkt der Verbreitung und Vermehrung der Schädlinge entgegen, da sie ein nasses Substrat zur Eiablage bevorzugen. Bewässern Sie Ihre Pflanzen am besten über den Topfuntersetzer.
Weiße Fliegen
Vorbeugende Maßnahmen: Stellen Sie Ihre Pflanzen eher kühler und trocken auf, da die Weiße Fliege ein tropisches Klima bevorzugt.
Wollläuse
Vorbeugende Maßnahmen: In der Regel werden eher geschwächte Pflanzen von Wollläusen in Beschlag genommen. Sorgen Sie deshalb zunächst für optimale Standortverhältnisse. Stellen Sie keine befallenen Pflanzen neben gesunde, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Junge Wollläuse sind sehr mobil und siedeln von einer Pflanze auf die nächste. Kontrollieren Sie vor allem in den Wintermonaten Ihre Zimmerpflanzen immer wieder auf einen möglichen Schädlingsbefall.
Wühlmäuse
Vorbeugende Maßnahmen: Schaffen Sie einen tierfreundlichen Garten mit Hecken und Sträuchern, um natürliche Feinde wie Fuchs, Marder und Wiesel anzulocken. Wühlmäuse reagieren empfindlich auf starke Gerüche, daher können Sie Knoblauch und aromatische Pflanzen setzen, um sie fernzuhalten. Sichern Sie Hochbeete mit Drahtgittern (Maschenweite 13–16 mm) und schützen Sie Obstbäume, indem Sie sie in einen Drahtkorb pflanzen, der zum Stamm hin gebogen wird.
































