
Biogarten – nachhaltig, gesund und voller Leidenschaft
Biogärtnern erfordert Herzblut, Geduld und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt. Gesundes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, nachhaltig und schonend angebaut – davon träumen viele. Nur Mut: Der Biogarten wartet!
Autorin: Cornelia Förster
Jetzt in den Biogarten starten
Die Umstellung auf Bio – ganz ohne künstliche Dünger und Spritzmittel – ist einfacher, als viele denken. Wenn die Natur frei wirken darf, stellt sich von selbst ein Gleichgewicht zwischen Boden, Pflanzen und Tieren ein.
Der biologische Kreislauf entfaltet seine Wirkung: Gesätes und Gepflanztes wächst, Schnittgut und Ernte-Reste werden kompostiert und kehren als nährstoffreiche Erde zurück. Bodenlebewesen werden aktiv, der Boden gesünder, Nützlinge vermehren sich und stabilisieren das Ökosystem.
Nach etwa 2–3 Jahren hat sich der Biogarten vollständig eingespielt – harmonisch, produktiv und nachhaltig.
Biologisches Saatgut – nachhaltiges Gärtnern
Biosaatgut für eine gesunde und umweltfreundliche Ernte
Umstellung auf Bio – was tun mit den alten Pflanzen?
Oft sind in einem Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse bereits Pflanzen vorhanden. Mehrjährige Gewächse können ab sofort biologisch gepflegt werden. Beim Anlegen neuer Beete, dem Kauf von Saatgut oder Pflanzen sollte stets Bio-Qualität gewählt werden. Biogärtner setzen auf Samen und Pflanzen aus biologischem Anbau – widerstandsfähig, gentechnisch unverändert und nachhaltig.
Den richtigen Platz für jede Pflanze finden
Im Biogarten werden unterschiedliche Anbaumethoden genutzt, abhängig von Standort, Pflanzenwahl und den eigenen Bedürfnissen. Allen gemein ist das Ziel, optimale Bedingungen für gesunde Pflanzen mit natürlichen Mitteln zu schaffen.
Während auf dem Balkon oder der Terrasse Pflanzen in Töpfen, Wannen oder Kübeln gedeihen, bieten sich auf größeren Flächen Hochbeete, Hügel- und Kraterbeete oder gar ein Gewächshaus an. Erhöhte oder abgesenkte Beete schaffen ein günstiges Mikroklima, verlängern die Anbauzeit und schützen vor Wind und Frost – ideal für Gemüse und empfindliche Pflanzen.
Werden beim Anbau die Fruchtfolge und Mischkultur berücksichtigt, steht einem reich gedeckten Obst- und Gemüsetisch nichts mehr im Wege.
Tipp: Wenn Sie sich selbst ein neues Krater- oder Hügelbeet bauen möchten, können Sie natürliche wie auch schadstofffreie Baumaterialien aus der Region nutzen. Große Steine beispielsweise eignen sich hervorragend zur Beetbegrenzung – während sich flache als Trittsteine einsetzen lassen.
Humusreicher Boden – das Herzstück des Biogartens
Ein humusreicher Boden ist der Traum eines jeden Biogärtners, denn er eignet sich hervorragend für das biologische Gärtnern. Aber auch andere Bodentypen sind kein Hindernis: Lehmige oder sandige Böden profitieren von Kompostgaben, Mulchschichten oder organischem Material wie Gras, das Defizite ausgleicht und das Bodengefüge verbessert.
Ein Biogarten ohne Kompost ist kaum vorstellbar. Gartenabfälle werden in den organischen Kreislauf eingebunden und von Bodenlebewesen umgewandelt. So werden dem Boden nur die Nährstoffe ergänzt, die durch Ernte oder Pflanzennutzung entzogen wurden.
Gewusst wie: Um die mühselige Arbeit Ihrer Bodenorganismen zu schonen, wird im Biogarten nicht umgegraben. Wenn wird die oberste Bodenschicht schonend gelockert, um den Boden zu belüften. Ideal dafür geeignet ist der Sauzahn oder die Grabegabel.
Kompostgewinnung, Bodenlockerung & mehr
Düngung: Nährstoffe aus der Natur
In den meisten Biogärten wird eigener Kompost verwendet oder Mulchmaterial eingesetzt. Für kleinere Gärten oder Balkone eignen sich fertige Bio-Dünger, die ausschließlich aus organischen, pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen bestehen und den Pflanzen gesunde Nährstoffe liefern. Sie wirken meist langsamer, stehen aber gleichmäßig zur Verfügung und halten länger an. Die Dünger fördern die Bodenfruchtbarkeit, unterstützen das Regenerationsvermögen der Pflanzen und stärken durch enthaltenes Kali das Gewebe, sodass die Pflanzen stabil und widerstandsfähig werden.
Mit Pflanzenstärkungsmitteln oder selbst hergestellten Pflanzenjauchen können Sie Ihre Pflanzen gezielt unterstützen und ihre Abwehrkräfte sowie Vitalität stärken.
Pflanzenschutz im Biogarten – natürlich und vorbeugend
Im Biogarten setzt man vorrangig auf die natürliche Abwehr der Pflanzen. Prävention ist das A und O: der richtige Standort, eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, Mischkultur und robuste Sorten bilden die Basis für gesunde Pflanzen.
Tauchen dennoch Schädlinge oder Krankheiten auf, werden diese zunächst beobachtet und teils toleriert. Mechanische Maßnahmen haben Vorrang: Schädlinge können abgesammelt oder mit Wasserstrahl bzw. Seifenlauge entfernt werden. Auch Nützlinge leisten wertvolle Dienste, indem sie als natürliche Fraßfeinde die ungebetenen Gäste im Zaum halten.
Nützlinge – natürliche Gegenspieler
Nützlinge wie Vögel, Insekten & Co. sind wichtige Helfer im Biogarten. Mit ihrer Unterstützung lassen sich viele Schädlinge im Zaum halten.
Besonders wohl fühlen sie sich, wenn ihnen ein passendes Zuhause geboten wird, in dem sie teils ganzjährig hausen können.









