
Weinreben im Garten kultivieren: Von der Pflanzung bis zur Ernte
Auch wenn der Wein zu den Kulturobstarten bzw. zum Beerenobst zählt, als Kletterpflanze ist und bleibt er eine absolute Besonderheit. Gekonnt setzt er sich an sonnigen und geschützten Hausmauern, am Gartenzaun, an einer Pergola oder in Gartenecken an einem Kletterspalier in Szene. Für jede Vorliebe gibt es die passende Traube. Weiß, gelb, grün, rot, blau, süß, herb, sauer, blumig – die Farb- und Geschmacksnuancen sind vielfältig.
Autorin: Cornelia Förster
Wissenswertes über Wein
In vino veritas – im Wein liegt die Wahrheit. Schon vor anno dazumal wurde der Wein in Verbindung mit dem "Nicht-Lügen" gebracht. Es wurde angenommen, wer betrunken sei, könne nicht flunkern. So nutzten Sie den Wein bei Ratssitzungen und frönten dem alkoholischen Genuss. Auch die griechischen bzw. römischen Götter sollen etwas mit dem Wein zu tun gehabt haben. Er wurde sogar als Getränk der Götter bezeichnet.
Ursprünglich stammt der Wein, wie wir ihn kennen, von der wilden Weinrebe (Vitis vinifera) ab. Insgesamt zählen Weinstöcke zu den ältesten Kulturpflanzen weltweit. Zunächst wuchs er in Vorderasien und dem gesamten Mittelmeerraum. Während die "Urform" noch zweihäusig war, sind die heutigen Edelreben (Vitis vinifera ssp. vinifera) einhäusig. Gut zu wissen: Nachdem die Blüten zwittrig sind, bedarf es keiner Befruchtersorte.
Tatsächlich muss es nicht immer die weiterverarbeitete Form des Weins sein, der den Gaumen entzückt. Auch die Weintrauben an sich sorgen für Obstnaschmomente. Ob nun mit oder ohne Kern bleibt der eigenen Vorliebe überlassen. Im Vergleich zu sogenannten Keltertrauben haben Tafeltrauben, die für den Frischverzehr geeignet sind, oft größere Beeren und eine dünnere Schale. Die kernlosen Varianten sind von Haus aus kleiner, da die Traubenkerne Hormone beinhalten, die das Wachstum anregen.
Der Wein zählt zu den starkwüchsigen Kletterpflanzen und benötigt ein stabiles Spalier an dem die Triebe angebunden werden, denn er ist kein Selbstklimmer. Deshalb bitte auch bei der Pflanzung auf ausreichend Abstand zur nächsten Pflanze achten. Optimal ist ein Pflanzabstand von mindestens 1 Meter. Zwischen den Wurzeln und der Hausmauer sollten ca. 30 cm liegen.
Reben im Pflanzgefäß
Auch auf dem Balkon oder der Terrasse kann fleißig geerntet werden. Schwachwüchsige Sorten eignen sich hier besonders gut.
Steht der tiefwurzelnde Weinstock in einem passenden Topf (je nach Rebenart: Minireben > 10 Liter, Solitärreben > 20 Liter) können Sie sich über Jahre an ihm erfreuen.
Da das Erdvolumen im Kübel kleiner ausfällt als bei einer Direktpflanzung, benötigt die Weinrebe von Beginn an das passende Substrat. Es sollte durchlässig, humos sein und gleichzeitig eine gute Wasserspeicherkapazität besitzen. Wichtig ist eine regelmäßige Bewässerung. Staunässe sollte die Pflanzen jedoch nicht abkriegen. Regenwasser oder Wasser aus dem Teich sind auch im Pflanzgefäß super zum Gießen geeignet .
Schnitt für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte
Passen die Standortbedingungen, wächst die Pflanze schnell und erfreut mit leckeren Früchten. Wichtig sind die richtige Erziehung gleich von Anfang an und der dann regelmäßige Rückschnitt der Rebe. Wein trägt am einjährigen Trieb, der aus einem zweijährigen Trieb entspringt. Ziel jeder Schnittmaßnahme ist es, ein ausgewogenes Verhältnis von mehrjährigen und einjährigen Trieben zu erhalten.

Gerade in den Sommermonaten ist es wichtig, die Fruchttriebe einzukürzen, damit die Früchte mehr Licht und Luft genießen können. Dies sollte nicht zu spät passieren, da die Früchte sonst einen Sonnenbrand bekommen. Die Triebe werden mindestens zwei Blattpaare nach der letzten Frucht abgeknipst. Schneiden Sie nicht zu dicht über der Blattachsel, sondern lassen Sie einen mindestens 1 cm langen „Zapfen“ stehen. Dieser Vorgang sollte alle 2–3 Wochen wiederholt werden, da der Wein sehr starkwüchsig ist und sich in kurzer Zeit lange Triebe entwickeln können. Geiztriebe sollen hierbei ebenfalls ausgekniffen werden. Hierbei handelt es sich um Triebe die seitlich des Haupttriebes abgehen und keine ausreifenden Trauben bilden.
Gut geeignet für den den zweiten Schnitt sind vor allem die Wintermonate, da Wein zum Ausbluten neigt. Ist es kalt und die Pflanze steht noch nicht im Saft, blutet sie weniger aus. Am besten wir in einem frostfreien Zeitraum geschnitten.
Der Schnittwinkel sollte immer so gesetzt sein, dass das Wasser von der Schnittfläche ablaufen kann und nicht auf der Schnittwunde stehen bleibt – denn dies würde Krankheiten begünstigen.
Frisch von der Rebe – Ernte & Co.
In den späten Sommer- und Herbstmonaten ist es soweit – die Tafeltrauben locken zum Schmausen. Während frühe Sorten im August in den Mund wandern können, bilden Spätsorten im September bzw. Oktober die Nachhut. Sowohl an der typischen Traubenfarbe der Beeren als auch am verholzenden Stiel ist der Erntezeitpunkt abzulesen.
Ihr Optimum zur Erntereife erlangen Trauben eine Woche nach dem süßen Geschmackstest. Ein wenig Geduld ist also durchaus angesagt – doch es lohnt sich. Das Gute: Sind es mehr Trauben als gedacht und sind Sie nicht gerade unter die Hobbywinzer gegangen, können sie überschüssige Trauben noch eine Weile in einem kühlen, luftigen Keller lagern. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Trauben auch weiterzuverarbeiten. Lecker sind z. B.: Saft, Gelee & Co. Als grobe Faustregel: 15 Kilogramm Trauben ergeben ca. 10 Liter Saft.
Winterschutz für Weinreben
Neben der geeigneten Sortenwahl und dem Anhäufeln der Pflanzen, helfen Vliese & Co. beim Warmhalten








